Jetzt schlägt's Taiko!

Bezeichnungen

... bedeutet wörtlich "dicke Trommel" auf japanisch. Das genaue Alter des Taiko ist nicht bekannt, aber die Wurzeln liegen vermutlich auf dem kontinentalen Festland in China und insbesondere Korea. Die Urspünge der Taiko lassen sich noch an heutigen Instrumenten des Festlandes erahnen.

Die Taiko und die Art sie zu schlagen hat aber in Japan eine eigene Entwicklung durchgemacht und so ist ein einzigartiger Trommelstil entstanden. In Japan gebaute Instrumente sind handwerklich derart perfekt hergestellt, dass sie sich nicht ohne weiteres auf dem Niveau kopieren lassen. Der berühmteste Trommelbauer ist wohl Asano mit einer Tradition von 400 Jahren.

Der Begriff Taiko umfasst eine Familie verschiedener Trommeln. Der Inbegriff einer Taiko ist wohl eine Miya-Daiko mittlerer Größe. Miya-Daikos sind fassförmige Trommeln, die traditionell aus einem Baumstamm herausgeschnitzt wurden und aus einem einzigen Stück Holz bestehen. Darauf wird enthaarte Kuhhaut gespannt und mit Nägeln fixiert - so entsteht das typische Aussehen der "Miyas". Diese Trommeln gibt es in verschiedenen Größen und Proportionen. Die klassische Miya-Daiko ist länglich (Länge > Durchmesser). Dem gegenüber steht die Hira-Daiko (flache Trommel). Hier ist die Länge geringer als der Durchmesser. Ab einem Felldurchmesser von ca. 3 Shaku (etwa 90 cm) sagt man dann O-Daiko ("große Taiko"). Der Größe entsprechend gibt es noch die Chu-Daiko ("mittlere Trommel") und die Ko-Daiko ("kleine Taiko"). Aufgrund der genagelten Felle sind Miya-Daikos nicht nachstimmbar. Es sei denn, die Nägel werden entfernt, das Fell eingeweicht und dann wieder gespannt und genagelt.

Die zweite Bauart ist die "geschnürte Trommeln" , die Shime-Daiko. Die wohl bekanntesten Vertreter dieser Gattung fehlen auf keiner Taiko-Performance: kleine, flache Trommeln die im Sitzen oder stehend auf einem Ständer gespielt werden und fast so hoch wie klirrendes Glas klingen können. Sie setzen der Kontrapunkt zu den Miya-Daikos! Die Felle (ebenfalls Kuhhaut) sind um massive Stahlringe gespannt und vernäht. Zwei dieser "Deckel" werden dann mit Seil über einen kleinen Korpus gespannt. Es bedarf einer speziellen Technik und bis zu zwei starken Personen, um eine Shime zu spannen. Shime-Daikos sind durch die Bauart begingt stimmbar. Zur Schonung der Felle und für einen optimalen Klang werden Shimes teilweise vor einem Auftritt oder einer Probe neu gespannt (und hinterher wieder entspannt).

Ebenfalls zu den geschnürten Taikos gehört die Okedo-Daiko ("Fasskörper Taiko"). Der Korpus ist wie ein Weinfass aus einzelnen dünnen Dauben zusammengesetzt und zylindrisch bis leicht bauchig. Diese Trommeln werde sehr leicht gebaut damit man sie in umgehängter Form spielen kann. Auch Okedos gibt es als O-Daikos (auch O-Shime-Daiko / "große geschnürte Trommel") und als große Hira ("flache Trommel").