Taiko-News

Nachtrag China-Trommeln

Dieser Nachtrag bezieht sich auf den Artikel "Schwein gehabt mit chinesischen Trommeln?". (Zum Artikel) 
 
Im Oktober 2009 besuchten wir in Tokyo das "Drum Museum" des Schrein- und Trommelbauers Miyamoto. Während in einem relativ kleinen Bereich auch einige wenige japanische Taikos stehen, werden auf der restlichen Fläche Trommeln aus der ganzen Welt ausgestellt. 
Eine Okinawa-Trommel gab es auch. Benannt ist sie nach der zu Japan gehörenden Insel Okinawa. Die Insel ist durch Geschichte und geografische Lage stark chinesisch geprägt und so wundert es nicht, dass eine Okinawa-Trommel wie eine chinesische Trommel aussieht. 
Was mir sofort auffiel war das Fell: von Farbe, Dicke und Struktur sieht es ganauso aus wie die Felle der mir bekannten Chinatrommeln - auf denen angeblich Rind ist. Also ging ich zur Museums-Betreuerin und fragte sie, ob sie Informationen zur Bespannung hat. Sie holte ihre Unterlagen, suchte nach der Okinawa und sagte dann kurz: "Pig", also Schwein. Zur Sicherheit zeigte ich noch auf eine kleine Shime Daiko und frage, ob es auch Schweinefell ist. "Oh no, that's cow" war die Antwort. Dann las sie weiter in ihren Unterlagen und fügte noch hinzu, dass die Schweinehaut umgedreht sei, also die Innenseite nach außen gedreht ist. 
Das war natürlich eine interessante Information. Zurück in Deutschland rief ich beim Deutschen Lederinstitut an und fragte, ob sich eine Fellprobe zweifelsfrei analysieren lässt, was bestätigt wurde. Dies ist sogar zweimal für Chinatrommeln gemacht worden. In einem Fall wurde Rind angeboten und Schwein war drauf. Im anderen Fall sah das Fell wie eine Schweinehaut aus, war aber Wasserbüffel.

Artikel vom 27.10.2009

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